Workshop 1

Audiotopia: Musik, Klang und kuratorische Praxis

 

Dr. Michael Fuhr, Geschäftsführer des Center for World Music, Stiftung Universität Hildesheim, Dr. Matthias Lewy, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Hochschule Luzern, Prof. Dr. Raimund Vogels, Professor für Musikethnologie, Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

 

Wie lassen sich Klänge kuratieren? Wie soll Musik musealisiert werden? Dieser Workshop geht der Frage nach, wie Musiken und Klänge im Museum eingesetzt, ‚ausgestellt’ und zu Gehör gebracht werden können. Welche Herausforderungen und Möglichkeiten sind damit verbunden? Am Beispiel von Klangnarrativen Amazoniens wird die Bedeutung der Vermittlung indigener Klangvorstellungen thematisiert und aufgezeigt, wie diese gegenwärtig die Ausstellungstradition ethnographischer Museen transformiert. Die Ergebnisse und Erfahrungen sollen dabei auch einer Museumspraxis dienen, die über ethnographische Themenkomplexe hinausgeht.

 

 

Workshop 2
Provenienz, Museum, Musik

Dr. Sabine Lang, Ethnologin am Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, Samuel Mund, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Center for World Music, Stiftung Universität Hildesheim und im Europäischen Zentrum für Jüdische Musik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover, Dr. Andrea Nicklisch, Ethnologin am Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim

Der Workshop beleuchtet Herausforderungen und Lösungsansätze bezüglich der Analyse der Herkunft von Sammlungsobjekten. Dabei werden Bezüge zwischen der Provenienzforschung von Sammlungsobjekten aus Museen und der von Musikinstrumenten in Universitätssammlungen hergestellt. Im Workshop wird ein breites Themenspektrum diskutiert, das von der spezifischen Erforschung einzelner Objekte bis zu übergreifenden Fragen von (Post-)Kolonialität und dem Umgang mit sogenannten 'Human Remains' reicht. Exemplarisch werden zwei Fälle von Provenienzforschung vorgestellt, auf dieser Grundlage findet anschließend eine Diskussionsrunde mit den Teilnehmenden statt.

 

Workshop 3
Global Music Café - Fusion: Globales Lernen durch musik-spezifische Inhalte und Praxis am Center for World Music

Christine Kundolf-Köhler, Kulturvermittlerin und Museumspädagogin am Center for World Music und im Roemer- und Pelizaeus-Museum Hildesheim, Bettina Braun, Theaterpädagogin am Theater für Niedersachsen, Hildesheim, Mariya Kashyna, freischaffende Musikerin und Kulturvermittlerin am Center for World Music, Hildesheim

Das Global Music Café ist ein Ort, der für alle Interessierten, ob klein oder groß, Musik praktizierend oder rezipierend, etwas zu bieten hat. Hier wird das Wissen über Musikethnologie mit Ansätzen von “Critical Whiteness” mit dem Ziel verbunden, transkulturelle Kompetenzen aller Cafe-Besucher*innen zu stärken und zu erweitern. Die Bausteine des Global Music Cafés bestehen aus inhaltlich und praktisch orientierten Stationen, die mit Methoden der Theater- und Musikpädagogik bearbeitet werden. Diese wurden für das Center for World Music und seine Instrumenten- und Tonträgersammlung entwickelt und sind Teil des Angebotes im community service. Im Workshop wird das Format vorgestellt, auszugsweise mit den Teilnehmenden ausprobiert und reflektiert.

 

Workshop 4
Sogenannter (Heiliger) Hörschatz: musikalisch-performative Strategien zur Neukontextualisierung von Ausstellungsobjekten des Dommuseums Hildesheim

 

Katharina Pfänder, freischaffende Musikerin, transdisziplinäres Streichquartett Quartett PLUS 1, Hannover, Verena Ries, freie Regisseurin, Berlin

 

Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit von Quartett PLUS 1 und Verena Ries steht die Suche nach transdisziplinären und partizipativen Aufführungsformaten. Es geht den Künstlerinnen um die Aneignung und Auseinandersetzung mit Themen, Objekten und Räumen über die Musik. Dazu arbeiten sie ortsspezifisch in Ausstellungsräumen mit den Ausstellungsobjekten – hier im Dommuseum - drehen und wenden diese und fügen neue Perspektiven und Kontexte hinzu. Wie kann man z.B. heute die Geschichte(n), die im Dekor des "Trinkhorn Karls des Großen (15.Jhrd)“ zu finden sind in Musik verwandeln? Ziele ihrer Projekte sind individuelles Erleben von Musik und neue Hörhaltungen, aktive Teilhabe am Geschehen und die Begegnung mit ausgewählten Exponaten. Dabei haben sie das Ritual als zeitlose und zugleich innovative Form des gemeinschaftlichen Tuns, als sinnliche und sinnvolle Art und Weise des ästhetischen Reflektierens gefunden. Es werden musikalische und performative Angebote, nonverbale Abläufe und wiederholbare Handlungsmuster erarbeitet, die allen Teilnehmenden Zugang und Mitwirkung ermöglichen - auf Augenhöhe, altersübergreifend und barrierefrei.